Die Legende vom ‚billigen Bus‘

Busse sind egal welcher Größe wesentlich teurer als Straßenbahnen auf Strecken, die besonders für Straßenbahnen geeignet sind

Regensburg. Landauf landab hält sich hartnäckig das Gerücht bei einigen Hobby-Verkehrsplanern, dass der Bus ja an sich schon wesentlich günstiger sei als eine Straßenbahn. Dieses Fehlurteil ist nun eindrucksvoll durch das Büro Komobile widerlegt worden so der Heidelberger Verkehrsplaner Robert Wittek-Brix.

Insbesondere sei das Büro Komobile lobend hervorzuheben, das aufgrund eines äußerst wertkonservativen Ansatzes in den Betriebskosten, auch Bestellerkosten genannt, von 8,00EUR je gefahrenem Kilometer anstelle von durchschnittlich in anderen Referenzprojekten üblichen 5,30 EUR je Kilometer dem Bus-Rapid-Transfer-System in Regensburg einen gleichen Stellenwert wie der Straßenbahn hat zuteilwerden lassen, um die Entscheidung des Stadtrates nicht vorweg zu nehmen.

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Zugrunde gelegt wurde im Gutachten eine Fahrleistung von 1,9Mio Kilometer, sowohl beim BRT wie auch der Straßenbahn. Bei 5,30EUR je Kilometer erhält man für die Straßenbahn 10,07MioEuro und beim BRT-Bus 14,13Mio Euro jährliche Betriebskosten. Die Straßenbahn ist also jährlich rund vier Millionen Euro günstiger im Betrieb als der BRT-Bus.

Die Stadt Regensburg trägt einen 10%igen Anteil der Investition, hier ist der BRT-Bus ca. 43 Mio. Euro günstiger, was bedeutet die einmalige Investition in eine Straßenbahn ist für Regensburg ca. 4,3 Mio. Euro teurer.

Damit ist die Legende vom billigen Bus bereits hier eindeutig widerlegt.

„Wenn Sie nun noch die Fahrgastzahl in die Gewichtung mit einfließen lassen, dann zeigt sich, dass die Straßenbahn fast 50% billiger ist als ein normaler Stadtbus und 35% billiger als ein normaler Gelenkbus!“ fügt Wittek-Brix hinzu. Eindrucksvoller ließe sich der große Betriebskostennachteil von Bussen gegenüber Bahnen nicht aufzeigen.

Jan Mascheck, 1. Vorsitzender der IG Historische Straßenbahn Regensburg fügt hinzu: „Die Pendlereinströmungen von 70.000 Einpendlern je Tag aus dem Umland lassen sich aus unserer Sicht nur durch eine umsteigefreie Direktverbindung zwischen Burglengenfeld und Langquaid mit Durchbindung auf den Stadtbahngleisen in Regensburg wirksam umleiten!“.

Der Straßenbahnverein wird seit langem vom Büro LTE aus Heidelberg maßgeblich Robert Wittek-Brix bei der Erstellung von tragfähigen Zukunfts- und Betriebskonzepten für den historischen Straßenbahnzug in Regensburg beraten. „Ein regulärer Eventverkehr durch die Maximilianstraße angebunden auch am normalen Stadtbahnnetz stellt einen attraktiven Investmentcase für potentielle Investoren dar und gibt der Maximilianstraße sowie ganz Regensburg ein unverwechselbares Image und eine Belebung der Innenstadt zurück.“ fährt der 1. Vorsitzende fort.

Zunächst ist jedoch die Erkenntnis im Stadtrat wie auch in der Bevölkerung nötig, dass die Straßenbahn das einzige und effizienteste Verkehrsmittel für die anstehende Herausforderung für Regensburg ist.

Die Wahl für „die Legende des billigen Busses“ wäre ein starker ökonomischer wie auch infrastruktureller Rückschritt.

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