‚Superzug‘ aus China ohne Schienen, was ist da dran?

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Alle paar Monate wird der ‚Superzug‘ aus China „durchs Dorf getrieben“:

https://www.tagesschau.de/ausland/autonome-strassenbahn-103.html

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_86955566/diese-strassenbahn-braucht-keinen-fahrer-und-keine-schiene.html?fbclid=IwAR03tnrR4opWl8w1_iYyE0p8A40gvV-gyd7bH6Xn9dJ-zCWL_cXNB1rsAnc

Nun auch jetzt wieder von tagesschau.de und t-online.de. So heißt es hier: „Da keine Schienen gelegt werden müssen, sind die Investitionskosten nach Expertenangaben deutlich niedriger als bei herkömmlichen Stadtbahnen. “
Nur zwei Fragen dazu:

1. Was macht das Fahrzeug eigentlich bei Schnee?

2. Wo gibt es in Deutschland 17km kreuzungsfreien Verkehrsweg?

Schon bei 2. werden Brückenbauwerke etc. gebraucht, wo normalerweise Straßenbahnen niveaugleich kreuzen.

Zudem ist der Rollwiderstand viel höher und verbraucht mehr Energie, die Abnutzung ist höher.

Wenn diese Fahrzeuge mehr Straßenbahnen als Busse sind (siehe Artikel), kostet dann so ein Zug auch 3-5 Millionen Euro? Ist dann die Abschreibung auch auf 40 Jahre wie bei normalen Straßenbahnen kalkuliert oder eher wie beim Bus auf 10 Jahre?

Fahrzeuge die stets auf der exakt gleichen Spur fahren haben zudem ein anderes Problem – sehr massive Spurrillen. Der Oberbau muss daher sehr fest sein und verschleißt schnell.
Also nichts drin mit „billiger im Oberbau“.

In Caen hat man den Spurbus just deshalb kürzlich abgeschafft und auf die Straßenbahn gesetzt.

https://www.lok-report.de/news/europa/item/2790-frankreich-letzte-fahrt-der-strassenbahn-auf-reifen-in-caen.html

Zumal die Straßenbahn auch eine hhöhere Kapazität hat und geringer im Energieverbrauch ist.

Das diese chinesische Wunderstraßenbahn aber, außer den schon oben genannten Nachteilen, auch noch mehr Platz in der Stadt benötigen, ein häßliches Betonband (statt klimafreundlicheres Rasengleis) durch die Stadt gelegt werden muss, wird gerne ignoriert.

Hauptsache sich gegen die „veraltete“ Straßenbahn aufregen und auf „moderne“ Technik hoffen

Das Thema ’niedrige Baukosten‘ ist eine Milchmädchenrechnung.

In Regensburg wurde das in Form eines BRT untersucht mit dem Ergebnis fast gleicher Baukosten aber einem großen Betriebskostennachteil sowie fehlender Skalierfähigkeit ins Umland gegenüber einer normalen Tram.

Fazit: Die Wunderstraßenbahn aus China kann gern dort bleiben!

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