Flexiblerer Bus?!

In einschlägigen Kommentaren fällt oft die Bemerkung von Stadtbahnkritikern, dass der Stadtbahnbus viel ‚flexibler‘ und schneller einzuführen sei.
Zum Thema ‚höhere Flexibilität‘:

Besonders hervorzuheben bei diesem Vergleich ist, dass hier nicht ebenbürtige Verkehrsträger auf eine Stufe gestellt und miteinander verglichen werden.

Natürlich ist ein nicht schienengebundenes System flexibler als ein schienengebundenes, allerdings haben diese Systeme nicht die gleichen Aufgaben zu erfüllen. Es wäre so als wenn man einen Nahverkehrszug mit einem ICE vergleichen und dabei die Vorzüge des Nahverkehrszuges gegenüber dem ICE als Verhinderungsargument des ICE benutzen würde.

Diese verschiedenen Zugtypen haben aber ganz unterschiedliche Aufgaben. In der Verkehrswelt haben Eisenbahnen, Stadtbahnen und Busse ihre Daseinsberechtigung und erfüllen die jeweils an sie gestellten Aufgaben. Wollte man aber einen ICE durch einen Bus ersetzen ginge das schief, diese Verkehrsmittel sind nicht ebenbürtig.

Das niedrigere Maß an Flexibilität wird durch die anders gestellte Lösung verkehrlicher Aufgaben kompensiert, die bei Stadtbahnen bedeutet: schnell, große Anzahl an Passagieren durch hochkonzentrierte Ballungsräume zu transportieren.

Es würde auch niemand auf die Idee kommen die Busse durch die noch flexibleren Taxis zu ersetzen, denn die an Busse gestellten verkehrlichen Aufgaben können Taxis nicht erfüllen, obwohl sie bei weitem flexibler sind.

Das Thema BRT/ART (China) Stadtbahnbus ist eigentlich eine starke Promotion der Omnibushersteller, um in den lukrativen Markt der Stadtbahnen vorzudringen, jedoch mit mäßigem Erfolg, wenn man die Einstellungen vieler Spurbusbetriebe in Frankreich betrachtet.

Ein Bus kann keine Bahn ersetzen, sonst gäbe es keine Stadtbahn-, U-Bahn- und Eisenbahnbetriebe mehr.
Zum Thema: „schnellere“ Einführung des Busses:

Dabei werden nun komplett Äpfel mit Birnen vermischt. Einerseits wird gesagt, der Bus kann schon die Straße mit benutzen, gleichzeitig aber von einer „Straßenbahn ohne Schienen“ auf separaten Spuren gesprochen.

Diese BRT-Trassen müssen genau so separat geplant und gebaut werden, können vom Individualverkehr genau so nicht benutzt werden, sind zudem nicht begrünbar wie Rasengleis, dauern ganz genau so lange in der Planfeststellung wie im Bau wie ein Stadtbahngleis, inkl. Brückenneubauten etc..

Nun gibt es natürlich auch Stimmen, die sagen „es wird nichts neu gebaut“ der Regensburger Bürger hat keinerlei Beeinträchtigung mit einem „Stadtbahnbus“, der fährt ‚einfach‘ auf der Straße mit. Hier stellt sich die Frage, was soll dann genau die Verbesserung sein? Wie sollen durch Erhalt des Status-Quo die ansteigenden Verkehrsprobleme, im Wesentlichen verursacht durch Einpendler gelöst werden? Durch einige neu ausgewiesene Busspuren? Wenn es so einfach wäre, dann hätten viele Berater und Verkehrsplaner doch die Stadt Regensburg jahrzehntelang recht ‚fahrlässig‘ beraten?!

Diese ‚Option‘ scheint nur eine „Scheinoption“ zu sein!

Fazit: Der Bus ist flexibler als eine Stadtbahn, kann sie aber nicht ersetzen. Ein Spurbussystem (BRT/ART) kann nicht schneller gebaut werden als ein Stadtbahnsystem. Wer behauptet ‚der Bus fährt einfach auf der Straße mit‘ möchte das Verkehrsproblem nicht lösen sondern nur vertagen bzw. verschlimmern.

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Von IwouldstayEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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