Chronologie der Stadtbahn Regensburg

(Textteile aus der Webseite des Stadtverbandes der Grünen Regensburg!)

Die Stadtbahn Regensburg ist ein Projekt zur Wiedereinführung des schienengebundenen Öffentlichen Personennahverkehrs, nachdem in Regensburg bereits von 1903 bis 1964 die Straßenbahn Regensburg verkehrte.

Bereits 1967 soll schon über eine Wiedereinführung nachgedacht worden sein.

„Die Freiburger Verkehrsbetriebe bekamen seinerzeit Besuch von Vertretern ihres Pendants aus Regensburg. Die Oberpfälzer interessierten sich für die schaffnerlosen Straßenbahnen, die in Freiburg die alten Modelle ersetzt hatten. Statt eines menschlichen Schaffners nahm nun ein Automat die Fahrscheine der Passagiere entgegen. Die Regensburger zeigten sich sehr interessiert an diesem Modell. Sie ließen sich laut BZ-Bericht von ihren Freiburger Kollegen einen „Ton-Farbfilm“ vorführen, auf dem eine solche Straßenbahn auf ihrem Weg durch die Altstadt zu sehen war. Am Ende des Besuchs bedankten sich die Gäste und luden die Freiburger zu einem Gegenbesuch nach Regensburg ein.“ (Badische Zeitung, 1967)

Auch in den 1970er Jahren wurde immer wieder über eine Wiedereinführung diskutiert.

1993 VCD stellt Studie ‚Stadtbahn für Regensburg’ vor

  • 4 Linien bis in den Landkreis
  • keine Regio-Stadtbahn, sondern eigenständiges System
  • Verknüpfung mit dem SPNV am Hauptbahnhof sowie den Bahnhöfen Prüfening, Wutzlhofen und Burgweinting

1996 Im Kommunalwahlkampf 1996 wird das Thema ‚Stadtbahn’ erstmals aufgegriffen und zwar von grüner Seite

1997 Die Stadtverwaltung beschäftigt sich im neuen Verkehrsentwicklungsplan mit der Stadtbahn

„Ein schienengebundenes ÖV-System im Stadtgebiet darf nicht aus dem Auge verloren werden, auch wenn derzeit von allen Fachberatern (TU München und SNV) keine dringende Notwendigkeit gesehen wird. Die Realisierung eines solchen Konzeptes ist deshalb offenzuhalten und bei den anstehenden Planungen entsprechend zu berücksichtigen (z.B. Friedenstraßengelände, Nibelungenbrücke usw.)“ (Zitat aus der Beschlussvorlage)

2002 Im Kommunalwahlkampf 2002 greift OB Schaidinger das Thema ‚Stadtbahn’ auf und versucht, es zu seinem Thema zu machen

2002 Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, einen regionalen Nahverkehrsplan mit der Schwerpunktfrage der Einführung einer Stadtbahn auf den Weg zu bringen

2005 Das Thema Stadtbahn wird im neuen Stadtentwicklungplan („Regensburg-Plan 2005“) wie folgt ausgeführt:

„Für die Region Regensburg soll auf bestehenden Eisenbahnstrecken bzw. mittel- bis längerfristig auch auf [ .. ] Netzergänzungen eine Regio-Stadtbahn eingeführt werden. Im Vergleich zum heutigen Zustand bedeutet dies eine deutliche Taktverdichtung und, wo möglich, auch eine spürbare Fahrzeitverkürzung. Eine Regio-Stadtbahn Regensburg soll technisch-betrieblich mit einer längerfristig einzuführenden Regensburger Stadtbahn kompatibel sein.“

2006 Die Verwaltung lässt parallel zur Erarbeitung des regionalen Nahverkehrsplans eine Konzeptstudie zur Regio-Stadtbahn erstellen, die Aufschluss über die künftige Rolle des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) und des Bussystems geben soll.

Untersucht werden drei Varianten:

  • S-Bahn auf den bestehenden Gleisen (heute im Wesentlichen der verwirklichte ‚Regensburg-Stern’
  • Regio-Stadtbahn, die in Anlehnung an das Karlsruher Modell sowohl auf der vorhandenen Eisenbahninfrastruktur als auch auf einer neu zu errichtenden Stadtbahninfrastruktur im Raum Regensburg verkehrt.
  • Stadtbahn, die ausschließlich auf einer komplett neu zu errichtenden Stadtbahninfrastruktur fährt.

Ergebnis Regio-Stadtbahn:

  • Die Studie kommt zum Schluss, dass die prognostizierten Fahrgastpotentiale – insbesondere auf den Außenästen im Umland – unter den für einen wirtschaftlichen Betrieb erforderlichen Schwellenwerten von 4.000 bis 5.000 Fahrgästen pro Tag (Summe aus Richtung und Gegenrichtung) liegen. Vor diesem Hintergrund wird aus heutiger Sicht die Einführung einer Regio-Stadtbahn in Regensburg als unrealistisch angesehen. (Untersucht wurde ein Netz mit 5 (!) Linien)

Ergebnis Stadtbahn:

  • Auch hier fiel die Standardisierte Bewertung negativ aus: Ein Gesamtnutzen von ca. 1,8 Mio €/Jahr würde Investitionen von ca. 31 Mio € rechtfertigen. Der geschätzte Aufwand ohne Abstellanlagen, Betriebshof und Werkstätten beträgt jedoch ca. 150 Mio €. Damit sei keine Förderung nach GVFG möglich. (Untersucht wurde eine Linie auf der so genannten Dienstleistungsachse)

Beschluss:

  • Die Studie zeigt, dass auf der Nord-Süd-Achse (Konzept Stadtbahn) weit über 10000 Fahrgäste/Tag befördert werden können. Ob diese Achse allein als Ausgangsbasis für ein Stadtbahnnetz dienen kann, soll weiter untersucht werden

2007 Stadtrat nimmt einen Zwischenbericht zum regionalen Nahverkehrsplan zur Kenntnis, in dem das Wort ‚Stadtbahn’ nicht ein einziges Mal auftaucht

2008 Die Realisierung einer Stadtbahn wird unter Schwarz-Rot im Koalitionsvertrag weiter auf die lange Bank geschoben

2008 Ein zusätzliches von der Verwaltung in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt die Aussage der Konzeptstudie 2006, dass eine Regio-Stadtbahn „wenig empfehlenswert“ ist. Eine Regio-Stadtbahn würde ein Zusatzangebot darstellen, das in Konkurrenz zu bestehenden Verkehrssystemen steht. Zudem sei keine Förderung absehbar.

Eine Chance für die Realisierung einer Regio-Stadtbahn sehen die Gutachter noch in einem Korridoransatz, bei dem nur die Schwandorfer Strecke auf Regio-StadtbahnBetrieb umgestellt wird. Am Hauptbahnhof solle eine Stichstrecke Richtung Innenstadt abzweigen

Beschluss im Stadtrat. Die Verwaltung wird beauftragt:

  • die ÖPNV-Datengrundlage zu verbessern und das Verkehrsmodell fortzuschreiben
  • für den Regio-Stadtbahn-Korridoransatz eine Standardisierte Bewertung durchzuführen
  • einen potentiellen Stadtbahn-/Straßenbahn-Korridor zu ermitteln
  • die Realisierungschancen für eine Busbahn als Zwischenstufe für eine Stadtbahn/Straßenbahn zu untersuchen

2010 Auch im Endbericht zum regionalen Nahverkehrsplan taucht das Wort ‚Stadtbahn’ nicht auf. Er fällt somit hinter die Ziele des ‚Regensburg-Plan 2005’ zurück

2011 Zur Verbesserung der ÖPNV Datengrundlagen wird eine umfassende Haushaltsbefragung durchgeführt

2012 Verkehrsmodell

2014 In der Koalitionsvereinbarung für die Stadtratsperiode 2014 – 2020 ist formuliert:

„Die Stadtbahn wird zuerst als Nord–Süd-Trasse im Zusammenhang mit Überlegungen zur Verbesserung des gesamten ÖPNV-Systems auf Wirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit geprüft. Bei positivem Ergebnis wird die Planung zügig begonnen und, soweit möglich, schrittweise umgesetzt.“

Ebenfalls in 2014 gründet sich die Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg e.V. nach einer erfolgreichen Sonderfahrt auf der Strecke der ehemaligen Linie 1 sowie der Übergabe der Unterschriften an den Oberbürgermeister und dem Beschluß des Stadtrates den historischen Straßenbahnzug zu restaurieren. Die IG sieht in der Vergangenheit auch die Lösung der Verkehrsprobleme der Zukunft und unterstützt mit den Aktionen auch das Thema StadtBahn Regensburg.

Die Stadtbahn ist regelmäßig Thema bei öffentlichen Veranstaltungen der IG.

2016 Das Bündnis für höherwertigen ÖPNV formiert sich in Regensburg um den pensionierten Architekturprofessor Walter Weber.

2016 Der Verkehrsingenieur Robert Wittek-Brix von der Verkehrsberatungsgesellschaft LTE Heidelberg stellt das ‚Stadt-Umlandbahn-Konzept‘ für Regensburg im Rahmen einer Veranstaltungsreihe vor. Hier kann zu einem Bruchteil der Kosten gewinnbringend für das Umland wie für die Stadt die bestehende Regionalbahn ähnlich dem Modell in Chemnitz zum Teil durch die Regensburger Innenstadt geführt werden. Das Modell führt zum umsteigefreien Verkehr für die Umlandbürger in die Stadt, wird somit attraktiv und entlastet damit die Einfallsstraßen vom motorisierten Individualverkehr. Von der Stadtbahn zur ‚In-die-Stadtbahn‘ lautet der Slogan.

2017 Noch im Januar wird der Stadtrat von der Verwaltung einen Zwischenbericht zur Studie ‚Höherwertiges ÖPNV-System’ erhalten. Als für Regensburg geeignete Systeme kristallisieren sich sowohl eine Stadtbahn (Straßenbahn) als auch eine Busbahn heraus

Im Oktober stellte Komobile das Kurzgutachten vor, welches eine Stadtbahn gegenüber dem BRT-System präferiert und als förderfähig darstellt. Der Stadtrat Regensburg unterstützt nun die Stadtbahnplanungen fast einstimmig, außer den Christlich Sozialen Bürgern (CSB) sind alle Stadträte für eine Stadtbahn.

2018 Im Februar wird der Stadtrat von Regensburg unter Einbeziehung der Bürger für eine Stadtbahn entscheiden.

Die Entscheidung fiel am 19.6.18. Mit 100% Zustimmung wurde die neue Stadtbahn im Planungsausschluss beschlossen.

Nur eine Woche später am 28.Juni 2018 fiel dann die endgültige Entscheidung im Stadtrat von Regensburg. Mit einer Mehrheit von 50 Stimmen der anwesenden 51 Stadträte (98%) wurde der Bau der neuen Regensburger Stadtbahn endgültig beschlossen und die Verwaltung mit der Planung und der Verwirklichung beauftragt!

Advertisements